Menschen mit wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden wird immer häufiger eine Ernährung nach dem Low-FODMAP Prinzip empfohlen.

FODMAPs sind Lebensmittelbestandteile, die besonders bei Menschen mit empfindlichem Verdauungssystem mit verstärkten Reaktionen in Verbindung gebracht werden, wenn sie in (zu) hohen Mengen aufgenommen werden. Die Abkürzung FODMAP steht für Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide, der Begriff „Low“ bedeutet „arm an“. 

Zu den FODMAPs zählen die folgenden Lebensmittelbestandteile:

#img_cm2/img3#

#img_cm2/img4#

Ursprünglich war die Low-FODMAP-Diät zur Diagnose eines Reizdarms gedacht. Nach einer zeitlich begrenzten Auslassphase werden die einzelnen Lebensmittel nach und nach wieder in den Speiseplan aufgenommen.

 In der Literatur gibt es diverse Listen, die FODMAP-arme und FODMAP-reiche Lebensmittel aufzeigen. Leider sind diese Listen oft widersprüchlich, ebenso wie die Studienlage zur Ernährung nach dem Low-FODMAP-Konzept.

So wurden die Studienteilnehmer während der Studie teilweise mit abnormal hohen Mengen an FODMAPS belastet, die keinerlei normalen Zufuhr entsprechen.

Die auftretenden Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall wurden dann als Beweis für die negative Wirkung der FODMAPs bewertet.

Fest steht, dass von der pauschalen Vermeidung von Milchprodukten, zahlreichen Obst- und Gemüsesorten, glutenhaltigen Getreidesorten und manchen Nüsse generell abzuraten ist.

Bei einer solch drastisch eingeschränkten Ernährungsweise  besteht die Gefahr, auf Dauer in eine Nährstoffunterversorgung zu geraten, weil zu wenig Ballaststoffe, Milchsäurebakterien, Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden. 

Eine strenge Low-FODMAP-Diät ist darum nur zur Linderung von akuten Beschwerden geeignet, nicht aber als Dauerernährung. 

Auch bei einer zeitlich begrenzten Umstellung auf eine FODMAP-arme Ernährung ist eine individuelle ernährungstherapeutische Beratung unerlässlich, sonst drohen Mangelernährung und eine dadurch bedingte Symptomverschlechterung.

Das individuelle Austesten von symptom auslösenden Lebensmitteln und entsprechenden Mengen im Rahmen einer Eliminationsdiät kann bei der gezielten Reduktion von Symptomen helfen. 

Beispielliste für die Lebensmittelauswahl bei der Ernährung nach dem Low-FODMAP-Prinzip:

Ungeeignet – reich an FODMAPS:

  • Apfel, Aprikose, Avocado, Birne, Johannisbeeren, Kirschen, Pflaume, Wassermelone
  • Blumenkohl, Chicorée, Erbsen, Linsen, Pilze, Rote Beete, Soja, Spargel, Sellerie, Wirsing, Zwiebeln
  • Gerste, Roggen, Weizen, Brot, Cerealien, Nudeln
  • Buttermilch, Frischkäse, Joghurt, Milch
  • Fruktosesirup, Honig, Zuckeraustauschstoffe, Cashewkerne

Geeignet – arm an FODMAPS:

  • Ananas, Banane, Blaubeeren, Himbeeren, Honigmelone, Kiwi, Mandarine, Orange, Weintrauben, Zitrone
  • Brokkoli, Fenchel, Frühlingszwiebel (grüner Teil), Karotte, Kohlrabi, Paprika, Rettich, Salat, Tomate, Zucchini, Weißkraut
  • Buchweizen, Hafer, Hirse, Quinoa, Reis, Flohsamen, glutenfreie Produkte
  • Laktosefreie Milchprodukte, Brie, Camembert, Feta
  • Ahornsirup, Zucker, Essig, Marmelade, Ei, Fleisch, Fisch